Erklär mir Himmelwärts

Erklär mir Himmelwärts

Weiterdenken

Auf der Rückseite der Karte findest du fünf Begriffe, die zum Weiterdenken anregen. Begriffe, die mit der Karte und ihrer Erklärung in Verbindung stehen. Begriffe, die neue Gedankenwelten öffnen. Schau mal!

Konzentrat

Pater Kentenich wusste nicht, ob er die Haft im KZ Dachau überleben wird. Deshalb fasste er seine Gedanken in den Gebeten von Himmelwärts zusammen, damit sie nicht verloren gehen. Er brachte die geistige Welt der Schönstatt-Bewegung in Verszeilen auf den Punkt. Er kochte die Spiritualität von Schönstatt ein auf ein kleines Gebetbüchlein. Die Verse sind schlicht, und doch voller Tiefgang. Für viele sind sie Quelle für neue Inspirationen für ihr Leben und ihre Beziehung zu Gott.

Leid bewältigen

Pater Kentenich musste im Konzentrationslager dem Tod ins Gesicht schauen. Er war überzeugt, dass Gott auch in Situationen wie der im KZ wirkt. So versuchte er, seinen Mithäftlingen zu helfen, und mit ihnen das Leid zu bewältigen. Das führte ihn auch dazu, die Gebete von Himmelwärts zu schreiben. Das gab den Menschen damals in der »Hölle von Dachau« Kraft. Damit man sie sich gut merken konnte, schrieb er sie in Reimform. Diese Gebete haben auch nach dem Konzentrationslager Menschen in ihrem Leid getragen.

Werkzeug

Egal ob Bohrer, Hammer oder Zange: Gutes und passendes Werkzeug ist einfach nötig, um bestimmte Arbeiten zu erledigen.

Damit Gott in dieser Welt wirken kann, braucht er auch Werkzeuge: er braucht uns Menschen. Pater Kentenich fand gerade im Konzentrationslager Dachau wichtig, dass wir Menschen die Welt in Gottes Sinn gestalten. Wir Menschen können wie Werkzeuge für Gott in unserem Leben und Umfeld wirksam sein. Aber Gott wird uns nur gebrauchen, wenn wir uns freiwillig darauf einlassen. Deshalb handeln viele Verse in Himmelwärts davon, wie man – durch diesen Gedanken beflügelt – aktiv seine Umwelt gestaltet.
Anbetungskirche

Sie steht wie eine Burg am Rhein. Doch die Anbetungskirche in Schönstatt bei Vallendar ist keine Ritterburg aus dem Mittelalter, sondern eine Kirche, die eng mit dem Leben von Pater Josef Kentenich verknüpft ist. Sie ist aus einem Versprechen erbaut worden, weil die Schönstattbewegung die Verfolgung der Nazis überlebt hatte. Josef Kentenich kehrte zwar körperlich geschädigt, aber innerlich gestärkt aus dem Konzentrationslager Dachau zurück. 

Die aufgemauerten Steine der Kirche stehen für die vielen Menschen, die mit ihren Taten an einer neuen, besseren Welt mitbauen. Am 15. September 1968 starb Josef Kentenich in der Sakristei, direkt nachdem er seinen ersten Gottesdienst in dieser Kirche gefeiert hatte. An der Stelle seiner letzten Atemzüge ist heute sein Grab, das von vielen Menschen gerne besucht wird.
Internationale

Als Pater Josef Kentenich in Dachau inhaftiert war, erlebte er hautnah den Terror der Nazi-Diktatur. Auch die kommunistischen Diktaturen wollten die ganze Welt unterwerfen. Das Stichwort dazu: Die sozialistische Internationale.

Pater Kentenich nahm den Ausdehnungswillen der Diktatoren zum Anlass, die Internationalität der Kirche mehr in den Vordergrund zu rücken. Er hatte den Traum, noch weit vor der Globalisierungswelle eine internationale Bewegung aufzubauen, die auf allen Kontinenten in ihrer Kultur den Glauben leben. Da er im KZ Dachau vielen Menschen aus den anderen Ländern begegnete, konnte er dort seine Idee von einer neuen Kirche weit über die Landesgrenzen hinweg verbreiten.