Erklär mir Gründer
Weiterdenken
Auf der Rückseite der Karte findest du fünf Begriffe, die zum Weiterdenken anregen. Begriffe, die mit der Karte und ihrer Erklärung in Verbindung stehen. Begriffe, die neue Gedankenwelten öffnen. Schau mal!
Pater Kentenich wurde 1885 in Gymnich bei Köln geboren. Weil er ein uneheliches Kind war, konnte seine Mutter nicht für den Lebensunterhalt des kleinen Josef aufkommen. So gab sie ihn mit neun Jahren in ein Waisenhaus.
Da er Priester werden wollte, trat er in die Gemeinschaft der Pallottiner ein und empfing mit 25 Jahren die Priesterweihe. Danach wurde er Begleiter für die Schüler im Internat der Pallottiner in Vallendar bei Koblenz. Nach kurzer Zeit rief er dort eine Jugendgruppe ins Leben. Mit dieser gründete er am 18. Oktober 1914 die Schönstattbewegung. Bis zu seinem Tod im Jahr 1968 breitete sich Schönstatt in der ganzen Welt aus.Pater Kentenich war ein leidenschaftlicher Seelsorger. Er nahm die Menschen so an, wie sie zu ihm kamen und hatte ein offenes Ohr für alle ihre Anliegen. Viele suchten das Gespräch mit ihm und schenkten ihm ihr Vertrauen. Mit seiner Erfahrung aus diesen Begegnungen konnte er zahlreichen Menschen im Leben weiterhelfen.
Als Höhepunkt der Verfolgung durch die Nationalsozialisten war Pater Kentenich drei Jahre im Konzentrationslager Dachau interniert. Obwohl ihn die Strapazen so sehr zusetzten, dass er körperliche Schäden für sein ganzes Leben davontrug, konnten die Nazis ihn an seinem Wirken nicht hindern. In seinem unverwüstlichen Glauben an Gott war er anderen Häftlingen ein Vorbild. Deshalb konnte er gerade in dieser Zeit den Glauben an zahlreiche Mitgefangene weitergeben.
Dadurch, dass auch Häftlinge aus anderen Ländern im KZ Dachau eingeliefert waren, lernten Menschen außerhalb Deutschlands Schönstatt kennen.Die Art und Weise, wie Pater Kentenich den Glauben ins Leben übersetzte, wurde innerhalb der Kirche kritisch gesehen. Deshalb wurde die Schönstattbewegung einer kirchlichen Prüfung unterzogen. Innerhalb derer kam es sogar dazu, dass Pater Kentenich von der katholischen Kirche 1951 ins Exil in das amerikanische Milwaukee geschickt wurde. Für ihn war diese Zeit wohl die härteste Prüfung, da ihm der Kontakt zur Schönstattbewegung verboten wurde.
Erst vierzehn Jahre später wurde er rehabilitiert, das heißt, die Kirche zog die Vorwürfe gegen ihn vollständig zurück.Wenn Pater Kentenich etwas getan hat, dann war ihm eine Sache immer besonders wichtig: Freiheit.
An einer Wegkreuzung kann man sich alle Optionen offen halten, indem man stehen bleibt. Doch zum Weiterkommen muss man sich entscheiden. Freiheit bedeutete für Pater Kentenich nicht, sich alle Möglichkeiten offen zu halten, sondern neue Wege für sich zu erschließen. Dazu sind Entscheidungen nötig, zu denen man auch stehen muss. Die relevante Frage der Freiheit war immer: wie und aus welcher Motivation entscheidet man sich.
Daraus entwickelte er eine pädagogische Schule, die Freiheitspädagogik genannt wird.








